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16.02.2007 16:07
Manchmal, wenn ich keine Lust habe hier in Innsbruck zu sein, denke ich mich einfach weg. Ich sitze am Bodensee genieße den Moment. Mit allen Sinnen bin ich auf diesen einen Moment konzentriert. Ich fühle die Sonne auf meiner Haut, das Gras auf dem ich sitze, den Wind, der durch das Schilf streift und höre, rieche das Wasser auf dem weit in der Ferne die Boote wie Spielzeuge hin und her schaukeln. Rechts von mir sehe ich gerade noch wie ein Blesshuhn abtaucht, nahe dem Schilfgürtel. Die Wellen werfen kleine Schaumkronen, ich genieße die Zeit, die ich dort verbringe, bis die Tür aufgeht und ich, fast schon gewaltsam, in die Realität zurück geworfen werde. Ich bin in Innsbruck. In der Klinik. Kinderonkologie. Unfassbar. Schon wieder. fortsetzung folgt
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16.02.2007 10:16
Was ist Schicksal? Schicksal und Zufall ist eigentlich genau das Selbe. Die Ereignisse im Leben die wir nicht beeinflussen können. Oder ist das Schicksal beeinflussbar? Schicksal ist eigentlich unsere Zukunft. Nein, das ist nicht möglich, da wir unsere Zukunft sehr wohl beeinflussen können unser Schicksal jedoch nicht. Oder somit unser Schicksal beeinflussen ohne es zu wissen, da Schicksal doch unsere Zukunft ist? Viele denken, das Schicksal ist vorbestimmt. Wenn das so wäre, ist Schicksal nicht ident mit Zufall. Das würde bedeuten der oben geschriebenen Satz ist nicht von Bedeutung, denn Zufall ist nicht vorbestimmt. Das würde bedeuten das Schiksal weder Zufall noch, falls Schicksal vorherbestimmt ist, Zukunft ist. Was macht es überhaupt für einen Sinn über solche Dinge nachzudenken? Aber kann denken sinnlos sein?
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13.02.2007 17:22
Viele Menschen hier in Innsbruck in der Klinik fragen sich was sie getan haben könnten, dass sie mit einer solchen Krankheit bestraft werden. Verstehe ich nicht ganz. Von wem oder was bestraft? Setzt sich für mich jemand in die Kirche um zu beten, dass ich wieder gesund werde, verstehe ich das nicht ganz. Von wem oder was geheilt werden? Vollkommen in Ordnung wenn sich jemand mit anderen trifft, das Gebetsrunde nennt, und an mich denkt. Die Energie, die dabei freigesetzt wird kommt mir zu Gute. Mit Gott hat dies, meiner Meinung nach nichts zu tun. Ist hier von Gott die Rede? Gott bestraft, Gott heilt?
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11.02.2007 11:35
Leben ist keine Selbstverständlichkeit. Wie froh wäre ich jetzt, hätte ich bloß Grippe, Schulstress oder Liebeskummer. Das ist leider nicht der Fall. Zum zweiten Mal bin ich in Innsbruck in der Klinik. Bei meiner ersten Krankheit, Ewing Sarcom, Bindegewebskrebs, bleibt es leider nicht, nein. Bin wieder krank. Neuerkrankung, AML. Leukämie. Seit Donnerstag werde ich wieder vergiftet. Chemo. Ein Wort, das mir das Blut in den Adern gefrieren lässt. Jetzt geht es mir noch gut, aber wie lange noch? Bald wird sich mein Blutbild dramatisch verschlechtern. 4 bis 5 Wochen werde ich in Aplasie verbringen. Geht nur eine Kleinigkeit schief, kann mich das mein Leben kosten. Ihr kennt sowas nicht. Ihr könnt nicht wissen wie es ist "KRANK" zu sein. Könnt nicht verstehen was ich fühle und denke. Hast du schon einmal darüber nachgedacht,wie unglaublich schön es ist leben zu können? Einfach so,leben dürfen. Ich muss mir mein Leben erkämpfen. Ich muss es mir verdienen. Und ich nehme den Kampf auf. Ich weiß was auf mich zukommt. Und ich habe Angst davor. Aber ich will leben. Ich will leben!
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